DISCOVERING DUNE

DUNE
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Eine kleine Tour durch die Geschichte des Wüstenplaneten von Thomas Hortian

Vorwort

FRANK HERBERTs Roman DUNE erschien erstmals 1965 und gilt als das meistgelesene Werk der Science-Fiction-Literatur. Die komplexe Geschichte um die Kontrolle einer Droge auf dem Planeten Arrakis, einer Blutfehde zwischen zwei Familien und der Überwindung eines feudalen Unrechtssystems war dabei der Ausgangspunkt für ein sich darauf ständig erweiterndes Universum und Geschichten, die darauf folgen sollten. Neben den inzwischen 20 Büchern gehören auch einige Computerspiele, zwei Miniserien und die Verfilmung DER WÜSTENPLANET von 1984 von dazu. Der folgende Text soll einen kleinen Einblick in dieses Universum um das Kultbuch geben, die Entstehung des Films behandeln und dazu die Unterschiede zwischen dem Buch und der – bei den Fans nicht unumstrittenen – Verfilmung unter die Lupe nehmen. Wer weder das Buch noch den Film (oder die Miniserie) kennt, sollte von der Lektüre vielleicht erst einmal Abstand nehmen, denn es wird ausführlich auf die Handlung des Films eingegangen und gespoilert. Davon ab hoffe ich, dem geneigten Leser die Geschichte um DUNE, dem Buch wie dem Film, und seinem Universum etwas näher bringen zu können.

FRANK HERBERT und die Entstehung von DUNE

FRANK PATRICK HERBERT wurde am 8. Oktober 1920 in Tacoma, Washington geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und hegte schon früh den Wunsch, Schriftsteller zu werden. Doch die Erfüllung dieses Wunsches lag lange in weiter Ferne. HERBERT zog im Alter von 18 Jahren weiter südlich zu Verwandten nach Salem, Oregon und begann, dort als Journalist zu arbeiten, wobei er des Öfteren seine Dokumente fälschte, um sich als älter auszugeben, als er war. Während des Zweiten Weltkriegs diente der junge Mann als Fotograf bei der Marine, wurde aber wegen gesundheitlicher Probleme frühzeitig aus dem Militärdienst entlassen. Nach dem Krieg begann HERBERT ein Studium für kreatives Schreiben an der Universität von Washington in Seattle, das er aber abbrach, um wieder als Journalist für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Nebenher schrieb er einige Kurzgeschichten, die über die Jahre in einigen zeitgenössischen Pulp-Magazinen veröffentlicht wurden. Ab Anfang der 1950er Jahre schrieb der Autor dann mehrere Geschichten, die der Science- Fiction zuzuordnen waren, verfasste zwischenzeitlich aber auch politische Reden für den republikanischen Senator GUY CORDON. Unter dem Titel UNDER PRESSURE erschien ein futuristischer Thriller HERBERTs über einen Krieg ums Öl zwischen Ost und West, in dem westliche Atom-U-Boote von nur wenigen Mann Besatzung heimlich die Unterwasser-Ölfelder des Ostens anzapfen. Das Buch, das sich mit der Psychologie der unter ständiger Anspannung arbeitenden U-Boot-Besatzungen beschäftigte und die globalen Geschehnisse in einen religiösen Kontext setzte, wurde von Literatur-Kritikern mehr als wohlwollend angenommen.

1957 fuhr HERBERT nach Florence, Oregon, um über ein Experiment des United States Department of Agriculture zu schreiben, das dort anspruchslose Gräser auf Sanddünen pflanzte, um sie zu stabilisieren. Seinem Verleger schrieb der Journalist, diese Wanderdünen könnten „ganze Städte, Seen, Flüsse und Highways verschlingen“. Seinen Artikel „They Stopped the Moving Sands“ hat er nie beendet, es entfachte aber sein Interesse an ökologischen Abhängigkeiten. FRANK HERBERT begann darauf, das zu entwickeln, was später zu DUNE werden würde. Als seine zweite Frau BEVERLY ANN STUART, die er 1949 an der Universität von Washington kennengelernt hatte, wieder ihren Job als Werbetexterin aufnahm und zur Versorgerin der inzwischen vierköpfigen Familie wurde, konnte er sich in Vollzeit in die Arbeit um DUNE stürzen. Die Recherche und Ausarbeitung der Geschichte nahm ganze sechs Jahre in Anspruch und sie wurde umfangreicher als nahezu alle anderen Science-Fiction-Werke seiner Zeit. HERBERT entwickelte zwei Reihen mit insgesamt acht Episoden; die erste dreiteilige Reihe DUNE WORLD wurde ab Ende 1963 im Analog Magazin, dem ehemaligen Astounding, veröffentlicht, die fünfteilige Fortsetzung PROPHET OF DUNE in der ersten Jahreshälfte 1965. Parallel dazu hatte HERBERT seine Geschichte zu einem Roman umgemodelt und erweitert. Er wurde mit seinem Manuskript bei mehr als zwanzig Verlagen vorstellig, aber erhielt immer Absagen. Das Potenzial der Geschichte erkannten schon einige, wollten aber das Wagnis einer Veröffentlichung eines langen Science-Fiction-Romans nicht eingehen. Erst ein Lektor der Clinton Book Company, die eigentlich Anleitungen unter anderem für Autoreparaturen publizierte, offerierte ihm 7.500 Dollar zuzüglich zukünftiger Tantiemen für die Rechte an einer Hardcover-Veröffentlichung von DUNE. Im August 1965 fand der Roman erstmals seinen Weg in die Regale der Buchläden. Unter Kritikern fand das Buch großen Anklang und gewann zahlreiche Preise; die Verquickung verschiedenster Themen, die Erschaffung des Wüstenplaneten und seines Ökosystems, sowie die Erzählung der Handlung aus dem Blickwinkel gleich mehrerer Charaktere war für das Genre neu. Es verkaufte sich gut, wurde aber damals noch nicht zum Bestseller. FRANK HERBERT führte die Geschichte in DUNE MESSIAH/DER HERR DES WÜSTENPLANETEN (1969) fort, mit CHILDREN OF DUNE/DIE KINDER DES WÜSTENPLANETEN (1976) beendete er dann den ersten Zyklus. Jener Teil entwickelte sich sofort zu einem Bestseller, wodurch die Verkaufszahlen von neueren Auflagen des Erstlings DUNE schließlich auch in die Höhe schossen. Erst 1978 erschien hier in Deutschland dann eine komplette Übersetzung des ersten Buches unter dem Titel DER WÜSTENPLANET.

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Über Markus Brüchler 215 Artikel
Ich bin Herausgeber und Mitgründer der Zeitschrift CONVENTION MAGAZIN, die sich im Oktober 2020 zum MovieCon Magazin entwickelte. Seit den späten 70er-Jahren beschäftigen mich Filme und Serien. Zum Horror-Genre kam ich Anfang der 80er-Jahre mit THE FOG, TANZ DER TEUFEL und ZOMBIE. Ich erinnere mich gut, dass ich mich in unserer damaligen Küche versteckt hielt, um immer wieder einen Blick auf den Fernseher der Eltern zu erhaschen, auf welchem der eine oder andere Horrorfilm flimmerte. Seit 1994 verdiene ich meine Brötchen auf selbstständiger Basis als Computertechniker und Programmierer, später mit Schwerpunkt Datenbanken, Web und eCommerce. Für das MovieCon Magazin bin ich für das Layout und anderen technischen Dingen verantwortlich. Natürlich schreibe ich auch leidenschaftlich gerne an umfangreichen Storys und Kurzgeschichten. 2019 gründete ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin einen eigenen Verlag, der in 2020 zum MovieCon Verlag heranwuchs.

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