Wir Kinder vom Bahnhof Zoo bei Amazon

Aktuell entfacht die Serien-Adaption des gleichnamigen Tatsachenromans “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” Kontroversen beim Serien-Publikum.

Seit dem 19. Februar sind die 8 Episoden des Formats für Prime-Mitglieder über Amazon Prime kostenlos abrufbar und sorgen seitdem für hitzige Diskussionen und schlechte Zuschauer-Bewertungen, mit denen wohl keiner der Macher gerechnet hätte. Man sollte eventuell das bereits 1981 verfilmte Original ausblenden und die Serie als eigenständiges Werk sehen, da sie direkten Vergleichen nicht standhalten kann. Immerhin ist sie vollgestopft mit künstlerischen Freiheiten, Metaphern und Stilbrüchen, die es im Film so nicht gab, was durchaus den Reiz dieser doch recht eigenwilligen Interpretation des Stoffs ausmacht. Während der Film ein realitätsnahes, dreckiges und raues Szenario entworfen hatte, vor allem weil er an unverfälschten Originalschauplätzen inmitten der Berliner Drogenszene entstand, und umso nachhaltiger auf das Publikum wirkte, kann die Serie, trotz starker Bildkompositionen, diese Intensität nicht für sich beanspruchen. Das Milieu ist hier gestellt, Komparserie ersetzt die damals im Film zu sehenden Szenen mit echten Junkies, was dem Film auch zu seinem sehr nüchternen, halbdokumentarischen Anstrich verhalf. Audio-visuell ist die Serie allerdings über jeden Zweifel erhaben und auch durchaus unterhaltsam, im direkten Vergleich aber auch viel zu klinisch umgesetzt. Wer einen Blick auf das Original werfen möchte, dem wird dies ebenfalls durch Amazon Prime möglich gemacht, denn auch der Film von ULI EDEL ist dort kostenlos abrufbar.

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Mike Blankenburg
Über Mike Blankenburg 42 Artikel
Mike Blankenburg, Chefredakteur und Herausgeber des Printmagazins DEAD ENDS (Kontakt: redaktion.dead.ends@gmail.com oder folgt ihm bei Instagram: the_horror_of_dead_ends), Redakteur beim MovieCon Magazin und Kopf hinter der Facebook-Seite „Titten, Trash & Terror“. Seit seiner frühen Kindheit ist er begeisterter Filmfan und Sammler. Mit Klassikern wie „Dracula“ mit Christopher Lee, „Die Nacht der lebenden Toten“ oder „The Fog - Nebel des Grauens“ entstand die Liebe zum klassischen phantastischen Film. Sein Faible für dieses und viele andere Genres, insbesondere für den europäischen Genrefilm sowie Trash- und B-Movies, bringt er seit 2015 in bislang 20 Ausgaben der DEAD ENDS und seit April 2017 in bislang über 250 (teilweise noch unveröffentlichten) Booklet-Texten für verschiedene Labels mit viel Herzblut und Leidenschaft zum Ausdruck. Seit 2018 verleiht er außerdem den DEAD ENDS-Award an den besten deutschsprachigen Lang- und Kurzfilm und ist darüber hinaus seit Jahren festes Jury-Mitglied im nationalen Wettbewerb des „Besten Horrorfilmdarstellers“. Ende 2019 hat er zusammen mit Till Bamberg und Holger Borgstedt mit „Die Alb-Traumfabrik“ sein erstes Sachbuch veröffentlicht. Aktuell arbeiten sie an ihrer zweiten Buch-Veröffentlichung.

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