Mord und Totschlag am Fernsehabend: Warum Angst so beruhigend wirkt

Mord und Totschlag am Fernsehabend
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Warum lieben wir die Angst? Warum schauen wir uns furchteinflößende Filme und Serien an? Die Apothekenumschau hat dies ein klein wenig medizinisch beleuchtet und interessante Ansatzpunkte dargelegt:

Beim Krimischauen werden – wie beim Achterbahnfahren – Stress- und Glückshormone freigesetzt

Zu einem gelungenen Sonntagabend gehört für viele Deutsche eine Leiche. Im Sommer 2020 gab es mehr als 130 Krimiserien im deutschen Fernsehen, wie das SZ Magazin errechnet hat. Besonders beliebt dabei ist der “Tatort” am Sonntagabend. Die Lust an der Angst erklärt Psychiater Professor Borwin Bandelow von der Universität Göttingen mit dem Gefühl Achterbahn zu fahren, wenn man vor jeder Kurve fürchtet gleich hinausgeschleudert zu werden. Genauso intensiv ist der Nervenkitzel angesichts von Straftaten wie Mord oder Raub. “Das Angstsystem des Menschen unterscheidet nicht zwischen echter Bedrohung und Fernsehfilmen”, sagt Bandelow im Gesundheitsmagazin “Apotheken Umschau”. Der Körper wird in Alarmzustand versetzt, was Stresshormone, aber auch Glückshormone hervorruft.

Je größer die Angst, desto beruhigender

Dabei gilt: Je größer die Angst beim Krimi, je brutaler der Täter, desto mehr fiebert man mit Opfern oder Ermittlern mit. Und desto stärker ist danach das Gefühl der Erleichterung. Für viele Zuschauer wirken Filmverbrechen sogar beruhigend: “Sie durchleben ihre Angst, setzen sich damit auseinander und bauen so Ängste ab”, erklärt Psychiater Bandelow das Phänomen. Danach können sie zufrieden schlafen gehen.

Die Endorphine wirken länger nach

Denn ist die Achterbahn-Kurve überstanden, der Fall am Sonntagabend um 21.45 Uhr gelöst, ist die Angst zwar vorbei – doch die Endorphine bleiben noch im Blut. Dieser Krimi-Effekt tritt übrigens auch dann ein, wenn wir von echten Verbrechen lesen. Anstatt beunruhigt zu sein, fühlen sich die Menschen eher erleichtert. Ganz nach dem Motto: Puh, nochmal davon gekommen.

Quelle: Das Gesundheitsmagazin “Apotheken Umschau” 12/2020 A liegt aktuell in den meisten Apotheken aus. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter https://www.apotheken-umschau.de.

Über Markus Brüchler 215 Artikel
Ich bin Herausgeber und Mitgründer der Zeitschrift CONVENTION MAGAZIN, die sich im Oktober 2020 zum MovieCon Magazin entwickelte. Seit den späten 70er-Jahren beschäftigen mich Filme und Serien. Zum Horror-Genre kam ich Anfang der 80er-Jahre mit THE FOG, TANZ DER TEUFEL und ZOMBIE. Ich erinnere mich gut, dass ich mich in unserer damaligen Küche versteckt hielt, um immer wieder einen Blick auf den Fernseher der Eltern zu erhaschen, auf welchem der eine oder andere Horrorfilm flimmerte. Seit 1994 verdiene ich meine Brötchen auf selbstständiger Basis als Computertechniker und Programmierer, später mit Schwerpunkt Datenbanken, Web und eCommerce. Für das MovieCon Magazin bin ich für das Layout und anderen technischen Dingen verantwortlich. Natürlich schreibe ich auch leidenschaftlich gerne an umfangreichen Storys und Kurzgeschichten. 2019 gründete ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin einen eigenen Verlag, der in 2020 zum MovieCon Verlag heranwuchs.

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